Bewerbungsgespräch und Wertschätzung – Als Arbeitgeber punkten!


In der vergangenen Woche war ich mit einem Bewerber zu einem ersten Bewerbungsgespräch bei einem meiner Kunden. Das anschließende Feedback des Bewerbers hat mich in seiner Klarheit einerseits überrascht und zugleich auch bestätigt „Frau Winzer, das Gespräch hat mir richtig gut gefallen! Nicht nur die Inhalte und die Personen, sondern das Ganze. Ich habe mich als Mensch wertgeschätzt gefühlt – wirklich willkommen im Unternehmen!“

Wow! Was für eine Aussage. Natürlich wollte ich wissen, woran der Bewerber das festgemacht hat. Und dann zählte er mir die großen und kleinen Dinge auf, die er festgestellt und beobachtet hat:

  • das herzliche Willkommen bereits am Empfang
  • der ansprechende Besprechungsraum, der offenkundig vorher gelüftet wurde
  • saubere Gläser und Tassen in ausreichender Menge
  • frischer Kaffee, Wasser (still und mit Sprudel), Säfte
  • die kleinen Schokoladentäfelchen mit den witzigen Sprüchen: einfach mal blau machen, lass es krachen …, die ihm auch als Doping für den Heimweg angeboten wurden
  • der pünktliche Beginn
  • keine Störungen durch Handys u.ä.
  • die vorbereiteten Unterlagen, die ihm gezeigt wurden
  • die guten Fragen, die zeigten, dass sich die Gesprächspartner im Vorfeld mit ihm beschäftigt hatten
  • das echte Gespräch auf Augenhöhe – ein Austausch, kein Herunterbeten von Fragen
  • die Visitenkarten

Er hat mir noch ein paar weitere Punkte aufgelistet.

Und ja: auch ich kenne Bewerbungsgespräche, bei denen das anders ist (kein Fenster im Besprechungsraum, abgestandene Luft, lauwarmer Kaffee, benutzte Tassen vom vorhergehenden Gespräch, gar keine Getränke, unpünktliche Gesprächspartner u.ä.).

Wertschätzung kann so einfach sein! Und Bewerber von heute, die oftmals die Auswahl aus verschiedenen Angeboten haben, registrieren alles – die kleinen und die großen Dinge!

Oft genug sind es am Ende genau diese kleinen Dinge, die den Unterschied machen.

Daher mein Appell: machen Sie sich eine Liste! Setzen Sie sich selbst auf den Stuhl eines Ihrer Bewerber und fragen Sie sich, was Sie in einem Bewerbungsgespräch mindestens erwarten würden. Dann fragen Sie sich, was gut wäre. Und abschließend fragen Sie sich, was Sie extrem positiv überraschen würde! Damit haben Sie einen wunderbaren Anker für künftige Bewerbergespräche.

Was meint sie denn nur mit
„positiv überraschen“?

Das fragen Sie sich jetzt vielleicht.

Bei einem Vortrag, den ich kürzlich vor dem Verband des rheinischen Bäckerhandwerks zum Thema „Die Macht der Arbeitgebermarke“ gehalten habe, habe ich dazu beispielhaft empfohlen, Bewerbern am Ende eines Gesprächs einfach eine kleine Kostprobe (eine Tüte mit 4 oder 5 Brötchen) als Proviant für den Heimweg mitzugeben. Das ist einfach und pragmatisch realisierbar und nicht teuer. Vor allem hebt es ab vom Wettbewerb. Von den anwesenden 60 Teilnehmern hatte nur ein Teilnehmer so etwas bereits gemacht.

Wodurch überraschen Sie Ihre Bewerber?

Schreiben Sie mir eine Nachricht. Ich freue mich darauf, über Ihr Unternehmen zu berichten und auf Ihre Kommentare unter diesem Blogartikel!

Let’s get #digital!


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